Otto Pöpperl, geb. 1923 – auch ein heimlicher Dichter aus Pirkenhammer hat mir folgende Gedichte zugeschickt. 

Mein Zuhause
Der Trubel dieser Welt kann mir gestohlen bleiben.
Nur in der Stille ist das wahre Glück.
Will ich beschaulich mir die Zeit vertreiben,
zieh ich mich in mein Schneckenhaus zurück.

Die Fremde ist voll Unrast und Gefahren,
allein zuhause ist es wirklich schön.
Da kann man seine Schätze aufbewahren
Und mittels Fernseh`n in die Ferne seh`n.


Melancholie
Ein Mann ergraut und hoch betagt
hat sich jahrzehntelang geplagt         
und es trotz Fleiß und stetem Streben,
zu nichts gebracht in seinem Leben.

Er wird darüber melancholisch  
und tröstet sich nun alkoholisch –



Spuren
Spuren im Schnee verwehen –
oder sie schmelzen dahin –
Nur kurz ist ihr Bestehen,
als hätte es keinen Sinn.

Doch die in Stein geprägten,
Spuren vergangener Zeit,
sind für uns Unentwegten,
Zeugen der Ewigkeit.


Heilige Stille

O, Stille, heilige Stille
bei Dir ist Rast und Ruh –
in Dir ist Kraft und Fülle –
das wahre Sein bist Du.

Sobald der Lärm verklungen  
tritt wieder Stille ein –
Die Welt, vom Lärm durchdrungen,  
ist nichts als Schall und Schein.

Das Forschen und das Planen
vollzieht in Ruhe sich;
nichts kann der Geist erahnen   
da wo die Stille wich.

Denn im Geschrei der Menge   
erlahmt der Seele Kraft,   
die in des Körpers Enge   
des Geistes Größe schafft. 

Es sprießen tausend Wunder   
stumm aus der Stille Schoß -  
Die Welt geht lärmend unter 
als sterbender Koloß.

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